Glockeschoppe

Pfarrkirche

Gottesdienstzeiten und „offene Kirche“ in der weihnachtlichen Festzeit

Die regelmäßigen Gottesdienste in der katholischen Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt sind wie folgt: donnerstags um 18:30 Uhr Abendmesse, samstags um 18:30 Uhr Vorabendmesse und sonntags um 10:15 Uhr zum Hochamt.

Die Pfarrkirche in Hallgarten in der Weihnachtszeit

Die Pfarrkirche mit ihrer Weihnachtskrippe und dem bekannten Andachtsbild, der Schröter Madonna, ist außerhalb der Gottesdienste an folgenden Tagen jeweils von 15:00 bis 17:00 Uhr für Sie geöffnet: Vom 25. Dezember 2011 bis zum 08. Januar 2012 täglich, am Samstag, am Samstag, den 14.01.2012, am Sonntag, den 15.01.2012, und am Samstag, den 21.01.2012. Sonntag, den 22.01.2012, Fest des „Ewigen Gebetes“ in der Gemeinde.

 

Die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt

PfarrkircheSie entstand in verschiedenen Bauphasen und zeigt romanische, gotische, barocke und neugotische Stilelemente. Die ältesten Teile, so der wehrhafte quadratische Turm und Teile der Nordwand, stammen aus dem 12. Jahrhundert und gehörten ursprünglich zu einer kleinen romanischen Anlage. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche immer wieder umgebaut und erweitert. Zwischen 1330 und 1338 erhielt die Kirche erstmals einen eigenen Pfarrer. Um 1345 entstanden der Chorraum mit Kreuzrippengewölbe und eine kleine Sakristei im gotischen Stil. Ebenfalls erhielt der Turm in dieser Zeit mit dem gotischen Turmhelm sein heutiges Aussehen. 1733 erfolgte die Erweiterung des romanischen Kirchenschiffes nach Süden und der Umbau zu einem barocken Saal. Der letzte größere Umbau fand 1895 mit der Verlängerung des Kirchenbaus nach Westen statt, bei der die große gusseiserne Empore eingebaut wurde und die Kirche ihr heutiges Aussehen erhielt. Der große Einfluss des nahe gelegenen Klosters Eberbach zeigt sich deutlich am erstmals 1345 urkundlich erwähnten Patrozinium der Kirche, die wie alle Zisterzienserkirchen der Gottesmutter Maria geweiht ist (Titularfest Mariae Aufnahme in den Himmel, 15. August). Die Reste der Barockeinrichtung sowie die neugotischen Altäre wurden um 1965 durch den Übereifer des damaligen Pfarrers vernichtet. Umso mehr beeindrucken den Kirchenbesucher die verbliebenen sakralen Einrichtungsgegenstände. Allen voran natürlich das Andachtsbild - die Hallgartener Schrötermadonna.

Die Hallgartener Schrötermadonna

MadonnaDie gotische Madonna stammt aus der Zeit um 1415 und ist aus gebranntem Ton. Sie ist das Hauptwerk eines unbekannten mittelrheinischen Meisters. Zu sehen ist die Madonna in einem eigens für sie geschaffenen Gehäuse der Barockzeit an der Stirnwand neben dem Chorbogen.

Als Schutzheilige der Weinschröter wird sie auch „Schrötermuttergottes“ genannt. Wegen des Weinkrügleins (mundartlich Scherbe genannt), das sie in der rechten Hand hält, nennt man sie auch „Madonna mit der Scherbe“.

Über die Jahrhunderte hinweg erfährt sie bis in unsere Zeit große religiöse Verehrung. Diese Verehrung als Fürsprecherin und Mittlerin für uns Menschen bei ihrem Sohn und am Throne Gottes spiegelt sich auch in der Erzählung vom „Weinwunder von Hallgarten“ wider. Die Überlieferung berichtet von einem verzweifelten Weinschröter, dem beim Transport eines Weinfasses auf einem holprigen Weg das Fass vom Wagen fiel, zerbrach und der Wein auslief. Auf die Fürsprache der Jungfrau Maria vertrauend, wurde ihm in der Erscheinung ihrer Gestalt und der Zusammenfügung von Fass und Wein, durch einen Krug aus Marias Hand, Hilfe zuteil.

Schröter bei der ArbeitDie Aufgabe der Schröter bestand im Transport der weingefüllten Eichenfässer vom Keller zum Fuhrwerk. Zu Beginn ihrer schweren Arbeit läutete die „Schröterglocke“ jahrhundertelang zum Gebet, das die Schröter in der Kirche vor dem Bild ihrer Zunftpatronin, der Schrötermuttergottes, verrichteten. Beide Namensgebungen, „Schrötermuttergottes“ und „Madonna mit der Scherbe“, werden in großen Fresken an der Nordwand dargestellt.

Im 20. Jahrhunderts erlangte diese Mariendarstellung an großer Bedeutung für die Kunstwelt. Als eine der bedeutendsten Tonplastiken des Mittelrheins erkannte man die Einmaligkeit dieser aus Ton gefertigten Figur. Sie repräsentiert in einzigartiger Weise die Epoche ihrer Entstehungszeit als Kunstwerk von hohem Rang, das gleichberechtigt neben den kostbaren Kunstschöpfungen des so genannten „weichen Stils“ im gesamten europäischen Kulturraum steht. Bereits Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Hallgartener Madonna, mit Hilfe eines Models, auch für das Kloster Eberbach reproduziert. Diese befindet sich heute im Louvre in Paris befindet.

Die Glocken von Mariae Himmelfahrt

Das Geläut von Mariae Himmelfahrt, wovon eine Glocke aus dem 14. Jahrhundert stammt zählt zu den ältesten des Rheingaus.

Nachfolgend sind die fünf Glocken näher beschrieben.

  1. Die "Große Gemeinde Glocke" oder Totenglocke mit einem Gewicht von 2200 kg und dem Schlagton -es’- wurde Mitte des 14. Jahrhunderts gegossen und ist mithin eine der ältesten Glocken des Rheingaus. Sie trägt die Inschrift: "MARIA HEISSEN ICH – DEN BURGERN VON HALLGARTEN BIN ICH – PETER VON MENZE GOS MICH."
     

     
  2. Die "Wächter Glocke" mit einem Gewicht von 910 kg und dem Schlagton -g’- wurde 1951 aufgrund von Kriegsschäden neu gegossen und trägt folgende Inschrift:,"1517 GEGOSSEN ZU FRANKFURT AM MAIN - 1942 ZOG MAN MICH ZUM KRIEGE EIN - 1943 VON BOMBEN SCHWER ZERSCHOSSEN - 1951 VON GEBRÜDER RINKER NEU GEGOSSEN".
     

     
  3. Die "Schröter Glocke" mit einem Gewicht von 660 kg und dem Schlagton -b’- aus dem Jahr 1415 mit der Inschrift:" MEISTER JOHANN VON MENZE DER GOSS MICH."
     

     
  4. Die "Marien Glocke" mit einem Gewicht von 381 kg und dem Schlagton –c’’- trägt die Inschrift: "AVE GLOCKE - MEINE KLÄNGE SEND ICH HIN - ZU DER HIMMELSKÖNIGIN, 1951."
     

     
  5. Die "Benedikt Glocke" mit einem Gewicht von 287 kg und dem Schlagton –es’’- trägt folgende Inschrift: "BENEDIKT HEISS ICH - DIE WAHRHEIT VERKÜND ICH - ZUR EHRE GOTTES LÄUT ICH - HABEMUS PAPAM BENEDIKT XVI - DER FREUNDESKREIS MARIAE HIMMELFAHRT HALLGARTEN / RHG GAB MICH - RINCKER IN SINN GOSS MICH - AD 2007."
     

     

Der seit 2007 wieder eingerichtete *Viertelstundenschlag*


 

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