
Die regelmäßigen Gottesdienste in der katholischen Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt sind wie folgt: donnerstags um 18:30 Uhr Abendmesse, samstags um 18:30 Uhr Vorabendmesse und sonntags um 10:15 Uhr Hochamt.
Von Mai bis Oktober ist die Pfarrkirche mit dem bekannten Andachtsbild, der Schröter Madonna, außerhalb der Gottesdienstzeiten jeweils an den Sonntagen von 15:00 bis 17:00 Uhr für Sie geöffnet. Natürlich besteht auch die Möglichkeit einer Führung nach vorheriger Terminabsprache.
Auf Ihren Besuch freut sich die Pfarrgemeinde und der Freundeskreis Mariae Himmelfahrt.
Sie
entstand in verschiedenen Bauphasen und zeigt romanische, gotische, barocke
und neugotische Stilelemente. Die ältesten Teile, so der wehrhafte quadratische
Turm und Teile der Nordwand, stammen aus dem 12. Jahrhundert und gehörten
ursprünglich zu einer kleinen romanischen Anlage. Im Laufe der Jahrhunderte
wurde die Kirche immer wieder umgebaut und erweitert. Zwischen 1330 und
1338 erhielt die Kirche erstmals einen eigenen Pfarrer. Um 1345 entstanden
der Chorraum mit Kreuzrippengewölbe und eine kleine Sakristei im gotischen
Stil. Ebenfalls erhielt der Turm in dieser Zeit mit dem gotischen Turmhelm
sein heutiges Aussehen. 1733 erfolgte die Erweiterung des romanischen Kirchenschiffes
nach Süden und der Umbau zu einem barocken Saal. Der letzte größere
Umbau fand 1895 mit der Verlängerung des Kirchenbaus nach Westen statt,
bei der die große gusseiserne Empore eingebaut wurde und die Kirche
ihr heutiges Aussehen erhielt. Der große Einfluss des nahe gelegenen
Klosters Eberbach zeigt sich deutlich am erstmals 1345 urkundlich erwähnten
Patrozinium der Kirche, die wie alle Zisterzienserkirchen der Gottesmutter
Maria geweiht ist (Titularfest Mariae Aufnahme in den Himmel, 15. August).
Die Reste der Barockeinrichtung sowie die neugotischen Altäre wurden
um 1965 durch den Übereifer des damaligen Pfarrers vernichtet. Umso mehr
beeindrucken den Kirchenbesucher die verbliebenen sakralen Einrichtungsgegenstände.
Allen voran natürlich das Andachtsbild - die Hallgartener Schrötermadonna.
Die
gotische Madonna stammt aus der Zeit um 1415 und ist aus gebranntem Ton.
Sie ist das Hauptwerk eines unbekannten mittelrheinischen Meisters. Zu sehen
ist die Madonna in einem eigens für sie geschaffenen Gehäuse der
Barockzeit an der Stirnwand neben dem Chorbogen.
Als Schutzheilige der Weinschröter wird sie auch „Schrötermuttergottes“ genannt. Wegen des Weinkrügleins (mundartlich Scherbe genannt), das sie in der rechten Hand hält, nennt man sie auch „Madonna mit der Scherbe“.
Über die Jahrhunderte hinweg erfährt sie bis in unsere Zeit große religiöse Verehrung. Diese Verehrung als Fürsprecherin und Mittlerin für uns Menschen bei ihrem Sohn und am Throne Gottes spiegelt sich auch in der Erzählung vom „Weinwunder von Hallgarten“ wider. Die Überlieferung berichtet von einem verzweifelten Weinschröter, dem beim Transport eines Weinfasses auf einem holprigen Weg das Fass vom Wagen fiel, zerbrach und der Wein auslief. Auf die Fürsprache der Jungfrau Maria vertrauend, wurde ihm in der Erscheinung ihrer Gestalt und der Zusammenfügung von Fass und Wein, durch einen Krug aus Marias Hand, Hilfe zuteil.
Die
Aufgabe der Schröter bestand im Transport der weingefüllten Eichenfässer
vom Keller zum Fuhrwerk. Zu Beginn ihrer schweren Arbeit läutete die „Schröterglocke“ jahrhundertelang
zum Gebet, das die Schröter in der Kirche vor dem Bild ihrer Zunftpatronin,
der Schrötermuttergottes, verrichteten. Beide Namensgebungen, „Schrötermuttergottes“ und „Madonna
mit der Scherbe“, werden in großen Fresken an der Nordwand dargestellt.
Im 20. Jahrhunderts erlangte diese Mariendarstellung an großer Bedeutung für die Kunstwelt. Als eine der bedeutendsten Tonplastiken des Mittelrheins erkannte man die Einmaligkeit dieser aus Ton gefertigten Figur. Sie repräsentiert in einzigartiger Weise die Epoche ihrer Entstehungszeit als Kunstwerk von hohem Rang, das gleichberechtigt neben den kostbaren Kunstschöpfungen des so genannten „weichen Stils“ im gesamten europäischen Kulturraum steht. Bereits Anfang des 15. Jahrhunderts wurde die Hallgartener Madonna, mit Hilfe eines Models, auch für das Kloster Eberbach reproduziert. Diese befindet sich heute im Louvre in Paris befindet.
Das Geläut von Mariae Himmelfahrt, wovon eine Glocke aus dem 14. Jahrhundert stammt zählt zu den ältesten des Rheingaus.
Nachfolgend sind die fünf Glocken näher beschrieben.
Der seit 2007 wieder eingerichtete *Viertelstundenschlag*
